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Acht Stolpersteine für Oldenburg

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Seit dem 28. September 2010 erinnern nun auch in Oldenburg sogenannte „Stolpersteine“ an acht Menschen, die hier lebten und Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden.

Die Erziehermittelstufe der Fachschule für Sozialpädagogik in Lensahn hatte im Mai dieses Jahres im Rahmen ihres Politikunterrichtes die Initiative ergriffen, nach Opfern des Nationalismus in Oldenburg zu suchen. Ihre Recherche führte sie bislang zu acht Oldenburgerinnen und Oldenburgern, die in den Jahren zwischen 1933-1945 inhaftiert, deportiert und schließlich umgebracht wurden.
Für fast die gesamte jüdische Familie Rosenblum, d.h. für Siegfried Rosenblum sowie seine sechs Kinder Ingeborg Schulz, geb. Rosenblum, Gertrude Taeger, geb. Rosenblum, Hildegard Rosenblum, Margot Rosenblum, Paul Rosenblum und Ursula Neumann, geb. Rosenblum, die in der Hoheluftstraße 22 gelebt hatten, wurden die Gedenksteine in den Gehweg vor ihrem ehemaligen Haus verlegt. Auch an Otto Güldensupp, der bis 1929 SPD-Stadtverordneter in Oldenburg war und im Giddendorfer Weg 1 gewohnt hatte, ist mit einem Stolperstein vor seinem ehemaligen Haus gedacht worden.
Seit 1995 verlegt der Künstler und Initiator des inzwischen internationalen Stolperstein-Projektes, Gunter Demnig, diese 10x10cm großen Gedenktafeln auf den Gehwegen vor den früheren Wohnorten der Opfer. In die Messingplatte eines jeden Gedenksteines sind schlicht die Lebens- und Sterbedaten des Opfers eingraviert. In über 500 Orten Deutschlands und in neun weiteren Ländern Europas hat Gunter Demnig bisher über 25 000 derartige Stolpersteine verlegt. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt der Kölner Künstler. Der SPD-Ortsverein, für den diese Steine das Wachhalten der Erinnerung an diese unsägliche Zeit des Terrors bedeutet, beteiligte sich mit einer Spende an den Stolpersteinen.
Die Erziehermittelstufe hatte sich zum Anfang des Jahres entschieden den Politikunterricht nicht nur theoretisch durch das Studium von Büchern zu bestreiten, sondern wollte das Thema des Nationalsozialismus praktisch werden lassen. Es entstand die Idee, die nationalsozialistische Geschichte regionalgeschichtlich zu erforschen und der nationalsozialistischen Vergangenheit am eigenen Ort nach zu spüren. So kam der Wunsch auf, den Träger der Innenministerauszeichnung „Botschafter für Toleranz und Demokratie“, Gunter Demnig, nach Oldenburg einzuladen und mit ihm zusammenzuarbeiten.
Bei ihrer umfangreichen Recherche auf der Suche nach vergessenen Opfern des Nationalsozialismus in Oldenburg nutzten die Schülerinnen und Schüler die Aufzeichnungen im Einwohneramt, gingen ins Stadtarchiv, recherchierten im Kataster- und Grundbuchamt, suchten die ehemaligen Wohnhäuser der Opfer auf und sprachen mit Zeitzeugen.