SPD Oldenburg in Holstein

Der Ortsverein der SPD Oldenburg in Holstein

Gegen das Bundesweite Schließen von Geburtenstationen

Veröffentlicht am 09.05.2014 in Bundespolitik

Die Schließung von kleinen Geburtsstationen, wie  der von der Sana-Klinik in Oldenburg und von Asklepios in Sylt sind für eine familienfreundliche Politik im ländlichen Raum ein Rückschlag und stellen eine strukturelle Diskriminierung von Frauen im Gesundheitswesen dar", so Annette Schlichter-Schenck , stellvertretende Vorsitzende für die Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Frauen in Schleswig-Holdein.

Die Diskussion um ein Recht auf öffentliche Daseinsvorsorge im Rahmen einer selbstbestimmten Geburt,die im Oldenburger SPD Ortsverein am vergangenen Klönschnack geführt wurde, greife ich für die Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Frauen auf Kreis-, Landes- und Bundesebene auf. Die Landesvorstand der AsF Schleswig-Holstein wird einen Antrag zu diesem Thema auf der Bundeskonferenz in Karlsruhe vom 20.06. bis 22.06.2014 einbringen.

Als Delegierte werde ich dort gemeinsam mit der Schleswig-Holstein Delegation für dieses  Anliegen werben.

Antrag:

Gegen das bundesweite Geburtenstationssterben und für die Selbststimmung der Frau über ihren Körper

Wir fordern:

  1. Die Wahlfreiheit von Frauen über die Art der Geburt, welche rechtlich (eigentlich) garantiert ist, muss erhalten bleiben, damit eine strukturelle Diskriminierung von Frauen im Gesundheitswesen vermieden wird.

  2. Eine Anhebung der Fallpauschalen (Bewertungsrelationen[DRG's]) im geburtshilflichen und gynäkologischen Bereich.

  3. Ein verbindliches Gesetz, dass Frauen garantiert in maximal 30km respektive 30min auf einer Geburtenstation entbinden zu können.

  4. Eine Prüfung über den Zusammenhang von Kaiserschnitten und dem Gewinnstreben der Verantwortlichen.

  5. Den besonderen Schutz von Vorgängen um Schwangerschaft und Geburt als Teil der Daseinsvorsorge.

  6. Auch eine staatlich verantwortliche Lösung für das Versicherungsproblem der Hebammen zu prüfen.

21. AsF Bundeskonferenz vom 20.06. bis 22.06. 2014 in Karlsruhe, Antragstellerin :AsF Schleswig-Holstein, Antrag zur AsF Bundeskonferenz in Karsruhe vom 20.-22. Juni 2014

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Begründung:

Seit einigen Jahren ist bundesweit eine Schließungswelle von Geburtenstationen und Gynäkologischen Abteilungen zu beobachten. Aktuelle Beispiele auf Sylt, Oldenburg i.H. (Schleswig-Holstein), Eitorf (NRW) und vielen anderen zeigen, dass die Sicherheit und Wahlfreiheit für Frauen stark eingeschränkt wird.  Eine selektive Benachteiligung von Frauen im Gesundheitsbereich ist nicht hinnehmbar. Frauen haben das Recht auf eine gute und solidarische geburtshilfliche und gynäkologische Versorgung. Frauen haben sich hart das Recht erkämpft über sich und ihren Körper selber zu bestimmen. Dies wird jetzt durch diese Entwicklung still und leise konterkariert. Das außerdem damit einhergehende langsame Sterben des Hebammenstandes  tut dabei sein übriges. Aktuell zeigt sich, dass aus „Kosten-“ und „Planungsgründen“ Kinder immer öfters per Kaiserschnitt geholt werden. Das bedeutet aber, dass die Geburten absehbar nicht mehr natürlich durchgeführt werden, sondern die Babys operativ per Sectio ( Kaiserschnitt) geholt werden.

Statistisch ist bewiesen, dass Kinder, welche „operativ“ zur Welt gekommen sind, ein viel höheres Risiko haben später z.B. an Autoimmunkrankheiten zu erkranken. Leider nicht übertrieben ausgedrückt; Geburten sollen wie Produktionsabläufe (Just-In-Time) gestaltet sein, damit sie sich (heute) lohnen. Auf diese perfide Formel ist das heutige System schlichtweg ausgelegt. Zu Ende gedacht bedeutet diese Prozedur eine „Win-Win Situation“ für die Gesundheitsbranche. Kinder werden planbar entbunden und haben dadurch in vielen Fällen eine hohe Wahrscheinlichkeit durch Folgekrankheiten, wie oben schon erwähnt, weiter abhängig von der Gesundheitsbranche zu sein. Das führt dazu, dass die Kinder ihr Leben lang Behandlungen, Medikamente und verschiedenste Versorgungen beanspruchen müssen. Auf Kosten der Allgemeinheit, aber zum Profit der Privatwirtschaft.

Das legt somit eine strukturelle Diskriminierung von Frauen im Gesundheitswesen nahe.

Anbei ein Zusammenstellung von  interessanten Links zum Thema..

Andere Länder im skandinavischen Raum bieten andere Lösungen an.

Da bezahlt die Klinik den Hebammen die höheren Haftpflichtprämien... Wie wir ermittelt haben: Capio ist ein schwedischer Gesundheitskonzern mit Sitz in Göteborg. Die haben „verbindliche Ethikrichtlinien“, aber schaut selbst.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/media/hallonds21027.html

 

Und dann noch ein Video aus Bayern. Schaut was dort 1! Hebamme leistest (leisten muss).

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/frankenschau-aktuell/hebamme-versicherung-existenz-100.html